
Am 1. Februar 1997 wurde der Schleswiger Fechtclub gegründet. Es
dauerte dann noch fast ein Jahr, bis wir den viel zu kleinen Gymnastikraum in
der Wilhelminenschule bekamen. Nachdem wir in allen Klassen der Schule Fechten
vorgeführt hatten, standen fast 40 Kinder vor der Tür und wir mussten
gleich drei Gruppen einteilen. Später konnten wir einmal pro Woche die
kleine Halle der Schule für Gehörgeschädigte nutzen und die meisten
der Anfänger blieben auch beim Fechten.
Unser erster Rollstuhlfechter Frank Mick bescherte uns am 9.3.1998 einen
großen Zeitungsartikel und sogar einen Fernsehauftritt bei RTL. Im gleichen
Jahr führten wir das 1. Internationale Schleswiger Fechtturnier
in der Lornsenschule durch. Das Meldeergebnis war deprimierend, weil die Fechter
aus Holland, Dänemark und Berlin nicht im Rollstuhl fechten wollten. Im
Oktober 98 starteten bereits Kathrin und Ina Krüger im Degen und Henning
Böge im Säbel bei den Landesmeisterschaften. Stefan Thomsen
machte beim Rollstuhlturnier in Berlin mit guter Platzierung auf sich
aufmerksam.
1999 gab es die ersten Goldmedaillen für Bernd-Ove Kissner und Henning
Petersen im Säbel.
Bei der Sportmeile am 5. Juli kamen wir mit unserer Fechtvorführung
auf dem Capitolplatz groß heraus und beim 2. Internationalen Fechtturnier
hatten wir 61 Meldungen. Hier siegte Fechtmeisterin Regina Faust mit dem Degen.
Bürgermeister Klaus Nielsky ließ es sich nicht nehmen, sich für
ein kurzes Gefecht gegen den Weltmeister Wilfried Lipinski in den Rollstuhl
zu setzen. Ina Krüger und Merle Kissner wurden erstmals Landesmeisterinnen.
2000 schlug die Stunde der Jüngeren: Felix Geffert, Ingwert Müller-Boysen,
Bernd-Ove Kissner, Kevin Schaffer und Yannick Haardt wurden Landesmeister.
Zur 50-Jahrfeier des Fechterbundes S-H führten unsere Fechter unter Reginas
Leitung ein von ihr ersonnenes Schattenfechten auf. Dies war der Höhepunkt
des Abends und wurde begeistert beklatscht.
Im Mai organisierten wir die Deutschen Meisterschaften im Rollstuhlfechten
und bekamen dafür viel Lob von allen Beteiligten.
Das 3. Internationale Fechtturnier wurde wieder ein Erfolg und überraschend
gewann mit Dr. Jochen Wendiggensen sogar ein Schleswiger Fechter das
Turnier im Degen.
Inzwischen hatten aber doch einige Mitglieder entdeckt, dass Fechten nicht die
richtige Sportart für sie ist und verließen den Verein. Trotz mehrerer
Aktionen in Schulen, Ferienspaß und viel Werbung wollten die Mitgliederzahlen
nicht mehr so recht steigen. Vielleicht war dies der Beginn einer Konsolidierungsphase,
denn wir mussten zunächst die Ausgetretenen ersetzen und dazu noch weitere
neue Mitglieder werben. Am 1.1.1999 hatten wir 43 aktive Mitglieder, 2000 waren
es 50 und 2001 60. Damit waren wir viertgrößter Verein des
Landes, aber so richtig voll wurde es beim Training noch lange nicht.
Der Umzug in die Halle im Hesterberg war ein großer Fortschritt,
da wir nicht mehr zwischen zwei Hallen hin- und her ziehen mussten und Dienstags
und Donnerstags ideale Trainingszeiten bekamen.
2001 wurde die fünfköpfige Fechtabteilung, die Mike Bunke in Kappeln
betreut, Mitglied im Verein. Ebenso entstand die Unihockeyabteilung.
Zu Beginn diesen Jahres hatten wir 67 Mitglieder in der Fechtabteilung
und zwei echte Unihockeyspieler, die nicht auch beim Fechten geführt
werden.
Mike Bunke