Artikel in SPORTforum 1/2009 des Landessportverbandes >>> ![]()

Verleihung des LSV-GEK-Breitensportpreises 2008
LSV-Präsident Wienholtz: „Vereine sind die wichtigsten Partner der Schulen"
„Unser Verein macht Schule": Unter dieses Motto stellte der Landessportverband in diesem Jahr die Ehrungsveranstaltung zum gemeinsam mit der Gmünder ErsatzKasse GEK verliehenen Breitensportpreis. Die Auszeichnungen sollen das Engagement der Vereine in der Kooperation mit Schulen würdigen. Der LSV-GEK-Breitensportpreis ist mit insgesamt 15.000 Euro dotiert. 10.000 Euro stellte die Gmünder ErsatzKasse GEK als wichtiger Partner des LSV zur Verfügung, 5.000 Euro der Landessportverband aus Eigenmitteln.
Der Präsident des LSV, Dr. Ekkehard Wienholtz, hob die Bedeutung der Zusammenarbeit von Schulen und Sportvereinen hervor: „Sportvereine sind wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge die mit Abstand wichtigsten Kooperationspartner für Schulen in der Ganztagsbetreuung. Sie tragen zur Belebung der Schulkultur bei."
13 Vereine sind zur Preisverleihung eingeladen worden, die bereits intensiv mit Schulen zusammenarbeiten und beispielhafte Bewegungs- und Sportangebote an Schulen etabliert haben. LSV-Präsident Wienholtz rief die Vereine dazu auf, die Vorteile der Reformen auf dem Schulsektor zu sehen, auch wenn es durch die Verlängerung des Schulbetriebs zu Problemen kommt - etwa indem Sporthallenkapazitäten am Nachmittag in stärkerem Maße von Schulen blockiert werden.
„Es gilt, die Herausforderungen anzunehmen. Der Sport hat so immerhin die Chance, in der Kooperation mit Ganztagsschulen Kinder und Jugendliche anzusprechen, die er außerhalb der Schule gar nicht hätten erreichen können. So können die Kooperationsangebote eine Brücke zum Sportverein bilden," sagte Dr. Wienholtz.
Innen-Staatsekretär Ulrich Lorenz wies in seinem Grußwort auf die Bedeutung von Bewegung für die kognitiven Fähigkeiten der Schüler hin: „Bewegte Kinder lernen besser. Die Angebote des LSV-Projektes „Schule und Verein" tragen bereits seit längerem dazu bei, dass der Sport eine wichtigere Rolle in der Ausbildung unserer Kinder bekommt. Die eingereichten Beiträge für den Breitensportpreis zeigen, dass viele Vereine in Schleswig-Holstein in der Kooperation mit Schulen schon heute gut aufgestellt sind."
Oliver Hinberg, Landesgeschäftsführer der GEK in Schleswig-Holstein, würdigte in seinem Grußwort die Bedeutung des Sports für die Gesundheit: „Neben ausgewogener Ernährung zählt körperliche Aktivität zu den wirksamsten Mitteln, um sein Leben aktiv und gesund zu gestalten." Die Gmünder ErsatzKasse GEK, so Hinberg weiter, wolle mit der Verleihung des Breitensportpreises in Kooperation mit dem LSV einen wichtigen gesundheitlichen und sozialen Beitrag für unsere Gesellschaft leisten.
Auswahlkriterien des zum 12. Mal verliehenen LSV-GEK-Breitensportpreises waren beispielhafte Aktionen, Programme, Projekte und Veranstaltungen, mit denen sich die Vereine den Herausforderungen im Bereich „Schule und Sport" stellen. Die Auszeichnungen wurden von LSV-Präsident Dr. Ekkehard Wienholtz, Sönke-Peter Hansen, Vorsitzender des Ausschusses für Breitensport im LSV, Innen-Staatssekretär Ulrich Lorenz und von Oliver Hinberg, Geschäftsführer Schleswig-Holstein der Gmünder ErsatzKasse GEK, überreicht.
Platz eins belegte der Schleswiger Fechtclub und erhielt 3.000 Euro Preisgeld.
Der Verein hatte eine Projektwoche an der Domschule Schleswig unter dem Motto "Sieben Jahrhunderte Fechten" durchgeführt und die Schülerinnen und Schüler pädagogisch geschickt für den Fechtsport begeistert.
Platz 2: Elmshorner MTV (2.500 Euro)
Der EMTV hat den benachbarten Schulen kostenlos wöchentlich 14 Vormittagsstunden in seinen vereinseigenen Hallen und Außenanlagen zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus organisiert der Verein offene Sportprojekte. Mehrere Abteilungen gehen
bewusst auf die Schulen zu und bieten den Kindern an, ihre _Sportarten kennen zu lernen.
Ebenfalls Platz 2: VfL Pinneberg (2.500 Euro)
Schülerinnen und Schüler aus elf Schulen können ergänzend zum Schulsport an einem vielseitigen und kinderorientierten VfL-Sportprogramm teilnehmen, das teils in der jeweiligen Schulsporthalle, teils im Vfl-Sportzentrum stattfindet. Der Vfl Pinneberg hat zudem die Trägerschaft für ein ergänzendes Betreuungsangebot an einer verlässlichen Grundschule übernommen. Nachdem die Stadt aus Kostengründen sämtliche Trägerschaften an den Schulen gekündigt hatte, baute der Verein seine Partnerschaft mit der Grundschule aus. Neben den klassischen Betreuungsaufgaben in Musik, Kunst oder bei der Hausaufgabenhilfe kommen die Kinder in den Genuss eines neuen täglichen Sportangebots im Handball, Fußball oder Tanzen. Weiterer Nebeneffekt: Defizite des Schulsports werden so vom VfL Pinneberg auch noch ausgeglichen.
Schleswiger Fechtclub
Der Schleswiger Fechtclub gehört mit knapp 70 Mitgliedern zu den kleinen und 1997 gegründet, zu den jungen Vereinen im Landessportverband Schleswig-Holstein.
Durch das Motto des diesjährigen Breitensportpreises „Unser Verein macht Schule" fühlte sich der Verein herausgefordert, seine umfangreiche Zusammenarbeit mit verschiedenen Schulen in Form von Projekttagen, Schnuppertrainingsangeboten und regelmäßigen Projekten in einer umfangreichen, interessant aufgemachten Präsentation darzulegen.
Für besondere Beachtung bei der Jury sorgte die Dokumentation einer Projektwoche an der Domschule Schleswig unter dem Motto „Sieben Jahrhunderte Fechten".
Die Projektwoche wurde im Schuljubiläumsjahr der Domschule zu deren 700jährigen Bestehen durchgeführt. Mit dem Projektthema erarbeiteten sich die Schülerinnen und Schüler die verschiedenen Fechttechniken der letzten Jahrhunderte und konnten den Fechtsport kennen lernen. So wurde Anfang des 14. Jahrhunderts mit dem Langschwert gefochten, das von den Schülerinnen und Schülern im Rahmen der Projektwoche sowohl hergestellt als auch unter Anleitung ausprobiert wurde. Beim französischen Degenfechten um 1600 spielte bereits die Körperbeherrschung und die korrekte Haltung eine große Rolle. Passend zu dieser Art des Fechtens wurde die passende Kleidung von den Schülerinnen und Schülern hergestellt, um sich stilecht präsentieren zu können.
Nach dem Motto „Vom Schwertkampf zum Sportsäbel" wurde auf diese Weise die ganze Breite der Geschichte des Fechtsports erarbeitet. Am abschließenden Präsentationstag konnte der Schleswiger Fechtclub für sich und den Fechtsport werben und neue Mitglieder gewinnen.
Die Jury des diesjährigen Breitensportpreises ist der Auffassung, dass das Engagement des Schleswiger Fechtclubs zum Thema „Unser Verein macht Schule" herausragend ist. Bei der Durchführung der exemplarisch beschriebenen Projektwoche wurde sowohl der pädagogische wie auch der sportlich-methodische Ansatz verfolgt.